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Sankt Martin 2026: Wann ist Martinstag – und was steckt hinter Laternen, Mantel und Martinsgans?

Sankt Martin 2026 ist am Mittwoch, 11. November. Wer Martin von Tours war, warum Umzüge oft an anderen Tagen stattfinden und woher Laternen, Martinsfeuer und Martinsgans kommen.

Sankt Martin 2026 fällt auf Mittwoch, den 11. November 2026. An diesem Tag erinnern Christen an Martin von Tours, den römischen Soldaten, der der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Viele Laternenumzüge finden allerdings nicht genau am 11. November statt, sondern an Tagen davor oder danach. Hier lesen Sie, wann Sankt Martin 2026 gefeiert wird, wer der heilige Martin war, woher Laternen, Martinsfeuer und Martinsgans kommen – und warum die Martinstradition im Rheinland seit 2026 zum Immateriellen Kulturerbe zählt.

Kurz zusammengefasst

Der Martinstag ist 2026 am Mittwoch, 11. November. Er ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag. Laternenumzüge werden aus organisatorischen Gründen oft an anderen Tagen veranstaltet, in Bonn etwa schon am 4. November 2026. Martin von Tours wurde 316 oder 317 im Gebiet des heutigen Ungarn geboren, war Soldat und später Bischof von Tours. Am 11. November wurde er in Tours beigesetzt. Laternen, Martinsfeuer, Martinslieder, die nachgespielte Mantelteilung und die Martinsgans gehören zu den bekanntesten Bräuchen. Die Martinstradition im Rheinland wurde im März 2026 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Wann ist Sankt Martin 2026?

Der Martinstag wird jedes Jahr am 11. November begangen. 2026 fällt er auf einen Mittwoch. Ein gesetzlicher Feiertag ist Sankt Martin nicht – in keinem Bundesland. Schule, Arbeit und Ladenöffnungszeiten laufen also wie an jedem anderen Mittwoch.

Den eigentlichen Laternenumzug erleben viele Familien deshalb gar nicht am 11. November. Aus organisatorischen Gründen, etwa wegen Musikkapelle oder Polizeibegleitung, finden Martinsumzüge an verschiedenen Tagen statt, oft auch schon vor dem Gedenktag. Zwei Beispiele für 2026:

  • Bonn: Der Martinszug durch die Bonner Innenstadt, nach Angaben der Stadt der größte Martinszug in Bonn, findet am Mittwoch, 4. November 2026, statt. Die Aufstellung beginnt um 16:30 Uhr auf dem Münsterplatz, um 17:15 Uhr startet der Zug. Vor dem Alten Rathaus wird anschließend das Martinsfeuer abgebrannt.
  • Göttingen: Die katholischen Gemeinden laden zu mehreren Umzügen ein, unter anderem am 11. November 2026 in Geismar und am 14. November 2026 in Weende.

Wer wissen möchte, wann der Umzug im eigenen Ort stattfindet, schaut am besten in den Pfarrbrief, auf die Website der Stadt oder in die Elternpost von Kita und Schule.

Wichtiger Hinweis

Termine, Uhrzeiten und Wegstrecken der Martinsumzüge legen Pfarreien, Kitas, Schulen, Martinsvereine und Städte fest und können sich kurzfristig ändern. Die Umzüge in Bonn und Göttingen dienen hier nur als Beispiele. Prüfen Sie für Ihren Ort die Ankündigungen der Gemeinde oder Pfarrei. Bei den Lebensdaten des heiligen Martin weichen die Quellen teilweise voneinander ab. Stand: November 2026.

Wer war der heilige Martin?

Hinter den Laternenumzügen steht eine historische Person: Martin von Tours. Er wurde 316 oder 317 im Gebiet des heutigen Ungarn geboren – rechnerisch feiert man 2026 also seinen 1710. Geburtstag. Als junger Mann diente er als Soldat in der römischen Reiterei.

Die bekannteste Geschichte über ihn ist die Mantelteilung. Der Legende nach ritt der noch ungetaufte Soldat an einem kalten Wintertag durch das Stadttor von Amiens im Norden Frankreichs. Dort bat ihn ein frierender Bettler um Almosen. Martin hatte kein Geld dabei, teilte aber seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem Mann eine Hälfte.

Später ließ sich Martin von Bischof Hilarius von Poitiers taufen, laut EKHN im Jahr 351. Er gründete das erste Kloster Galliens und wurde 371 zum Bischof von Tours gewählt. Am Ufer der Loire gründete er das Kloster Marmoutier, in dem sich rund 80 Mönche um ihn sammelten. Heute gilt Martin als Patron der Bettler, der Geächteten und der Kriegsdienstverweigerer.

Warum feiern wir Sankt Martin am 11. November?

Normalerweise ist der Gedenktag eines Heiligen sein Todestag. Bei Martin ist es etwas komplizierter: Nach der Überlieferung, die unter anderem ZDFheute und kath.ch wiedergeben, starb er am 8. November in Candes an der Loire. Die Bürger von Tours wollten ihren Bischof zurückhaben und brachten den Leichnam nach Tours, wo er drei Tage später, am 11. November, beigesetzt wurde. Als Todesjahr nennt ZDFheute 397; andere Darstellungen wie die der EKHN geben den 11. November 400 als Todestag an.

Der 11. November hatte zudem eine ganz praktische Bedeutung. Besonders auf dem Land war die Ernte eingebracht und der Wein gekeltert, Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn. Der Martinstag war ein traditioneller Pacht- und Zahltag am Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Danach begann eine 40-tägige Fastenzeit vor Weihnachten, die sogenannte Martinsquadragese – vorher wurde noch einmal ausgiebig gegessen.

Heute liegt der Martinstag in der dunklen Zeit zwischen Herbst und Advent. Rund zweieinhalb Wochen später beginnt mit dem ersten Advent 2026 am 29. November die Adventszeit.

Expert Insight

Familien mit kleinen Kindern sollten sich nicht an einem einzigen Termin festhalten. Gerade weil Kitas, Schulen und Pfarreien ihre Umzüge über mehrere Tage verteilen, gibt es in vielen Orten mehrere Gelegenheiten zum Mitlaufen. Ein Umzug am frühen Abend, der an einem Feuer mit Gebäck endet, passt oft besser in den Familienalltag als ein Termin am Mittwoch nach der Arbeit. Bei kleinen Kindern ist eine Laterne mit LED-Stab praktischer als eine echte Kerze.

Welche Bräuche gehören zu Sankt Martin?

Die Martinsbräuche unterscheiden sich von Region zu Region. Die folgende Übersicht zeigt die bekanntesten und woher sie kommen:

BrauchWas passiertHintergrund
LaternenumzugKinder ziehen mit selbst gebastelten Laternen durch die Straßen, oft angeführt von einem Reiter als Sankt MartinBibelvers Lukas 12,35 („eure Lichter brennen“); zugleich Relikt alter spätherbstlicher Feuer- und Lichtbräuche
MartinsliederBeim Umzug werden gemeinsam Martinslieder gesungenFester Bestandteil der Martinstradition im Rheinland
Martinsfeuer und MantelteilungDer Zug endet an einem Feuer, vor dem die Mantelteilung nachgespielt wirdErinnert an die Legende vom Stadttor in Amiens
Weckmann und MartinstüteKinder bekommen am Feuer Gebäck oder SüßigkeitenIm Rheinland seit der Neuordnung des Brauchs Ende des 19. Jahrhunderts
HeischebräucheKinder gehen von Haus zu Haus, singen ein Lied und erhalten kleine GabenRegional als „Singen“, „Gripschen“ oder „Kötten“ bekannt, andernorts verpönt
MartinsgansZum Martinstag kommt traditionell Gänsebraten auf den TischAbgaben in Naturalien zum Ende des Wirtschaftsjahres; Legende vom Gänsestall

Der Laternenbrauch hat laut EKHN vermutlich mit einem Bibelabschnitt zu tun, der traditionell am Martinstag gelesen wurde – darin der Vers aus dem Lukasevangelium: „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ Martin Luther predigte noch 1519 am Martinstag über diese Stelle.

Die Martinsgans erklärt eine bekannte Legende: Als man Martin zum Bischof von Tours machen wollte, versteckte er sich in einem Gänsestall, weil er das Amt nicht wollte. Die Gänse schnatterten so laut, dass sie ihn verrieten. Historisch passt der Gänsebraten außerdem zum Zahltag, denn Abgaben wurden teilweise in Gänsen bezahlt.

Dass die Umzüge im Rheinland heute so geordnet ablaufen, hat übrigens mit den Preußen zu tun. Nach kath.ch wünschten sie sich Ende des 19. Jahrhunderts mehr „Zucht und Ordnung“ beim bis dahin ausgelassenen Martinsabend. Statt vieler kleiner Feuer gab es ein zentrales Feuer, ein reitender Sankt Martin führte den Zug an und verteilte an die Kinder einen Weckmann oder eine Martinstüte.

Warum ist die Martinstradition im Rheinland Kulturerbe?

Ende März 2026 wurde die Martinstradition im Rheinland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sie gehört zu den fünf bundesweiten Neueintragungen des Jahres; das Verzeichnis umfasst damit 173 kulturelle Ausdrucksformen. Die Bewerbung kam aus Nordrhein-Westfalen. Bei einem Festakt in Schwerin erhielten die Trägergruppen am 16. Juli 2026 ihre Urkunden.

Die Deutsche UNESCO-Kommission beschreibt die Tradition als Verbindung von Laternenumzügen, gesungenen Martinsliedern und der nachgestellten Mantelteilung. Ein Martinsdarsteller führt den Zug an, begleitet von Kinder- und Jugendgruppen mit selbst gebastelten Laternen und Fackeln. Getragen wird das Fest von lokalen Martinsvereinen, Schulen und Kindertageseinrichtungen.

In den vergangenen Jahren gab es auch Streit um den Martinstag: Wenn Kitas, Schulen oder Stadtverwaltungen Martinsumzüge in „Lichterfest“ oder „Sonne-Mond-und-Sterne-Feier“ umbenennen wollten, wurde als Grund oft Rücksicht auf Nichtchristen genannt. Kritiker sahen darin eine unnötige Verweltlichung.

Wie bereiten sich Familien auf Sankt Martin vor?

Für Kinder ist die selbst gebastelte Laterne der Höhepunkt. Wer Freude am Basteln mit Naturmaterialien hat, findet in unserem Beitrag zum Basteln mit Kastanien weitere Ideen für die Herbstzeit. Einige praktische Punkte für den Umzugsabend:

  • Termin, Treffpunkt und Wegstrecke vorab in der Ankündigung von Pfarrei, Kita oder Stadt prüfen.
  • Warme, wetterfeste Kleidung und gut sichtbare Jacken wählen – der Umzug findet im Dunkeln statt.
  • Für kleine Kinder eine Laterne mit LED-Stab statt Kerze verwenden.
  • Den Text der gängigen Martinslieder vorher zu Hause üben, dann singen Kinder lieber mit.

Nach dem Umzug wärmt ein heißes Getränk. Für Kinder eignet sich ein alkoholfreier Punsch – eine Variante dazu finden Sie in unserem Rezept zum Glühwein selber machen. Und wer am Abend nicht gleich eine ganze Martinsgans braten möchte, kann mit Maronen eine einfache herbstliche Beilage zubereiten.

Meine Einschätzung

Die gängige Annahme lautet, Sankt Martin sei vor allem ein Kinderfest mit Laternen und Süßigkeiten. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Tag deutlich mehr Schichten hat: Er war früher Zahltag am Ende des bäuerlichen Jahres, er markierte den Beginn einer Fastenzeit, und die geordneten Umzüge, wie wir sie heute kennen, gehen im Rheinland auf eine Neuordnung im späten 19. Jahrhundert zurück. Ich finde, gerade diese Mischung aus Legende, Alltagsgeschichte und gelebter Gemeinschaft macht den Martinstag aus. Die Aufnahme ins Immaterielle Kulturerbe würdigt nicht die Heiligenlegende allein, sondern das, was Vereine, Kitas und Nachbarschaften jedes Jahr gemeinsam auf die Beine stellen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Sankt Martin 2026 ist am Mittwoch, 11. November – kein gesetzlicher Feiertag.
  • Viele Martinsumzüge finden an anderen Tagen statt; der örtliche Termin steht bei Pfarrei, Kita oder Stadt.
  • Martin von Tours teilte der Legende nach am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem Bettler.
  • Laternen, Martinsfeuer, Martinslieder, Mantelteilung und Martinsgans sind die bekanntesten Bräuche.
  • Die Martinstradition im Rheinland gehört seit März 2026 zum bundesweiten Immateriellen Kulturerbe.

Häufige Fragen zu Sankt Martin 2026

Wann ist Sankt Martin 2026?

Der Martinstag fällt 2026 auf Mittwoch, den 11. November. Die Laternenumzüge finden je nach Ort auch an Tagen davor oder danach statt.

Ist Sankt Martin ein Feiertag?

Nein. Sankt Martin ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag. Schulen, Geschäfte und Behörden haben am 11. November regulär geöffnet.

Warum wird Sankt Martin am 11. November gefeiert?

Nach der Überlieferung starb Martin von Tours am 8. November in Candes an der Loire und wurde drei Tage später, am 11. November, in Tours beigesetzt. Auf dieses Datum geht der Gedenktag zurück.

Warum isst man an Sankt Martin Gans?

Zum Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres wurden Abgaben zum Teil in Naturalien bezahlt, auch in Gänsen. Außerdem erzählt eine Legende, dass Martin sich in einem Gänsestall versteckte, um nicht Bischof zu werden, und von den schnatternden Gänsen verraten wurde.

Wie oft ist der 11. November in den kommenden Jahren ein Wochenendtag?

Im Jahr 2028 fällt der Martinstag auf einen Samstag und 2029 auf einen Sonntag. 2027 ist er ein Donnerstag, 2030 ein Montag.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Zahlen, Fristen und Rechtsangaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Quellen (abgerufen im November 2026).

  1. EKHN – Sankt Martin: Feiern am 11. November · ekhn.de · u. a.: „Er wurde 316 oder 317 n. Chr. in der Gegend von Westungarn geboren“
  2. kath.ch – Sankt Martin: Fragen und Antworten zum populären Heiligen · kath.ch · u. a.: „Der Martinstag war traditioneller Pacht- und Zahltag am Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres“
  3. ZDFheute – St. Martin: Bedeutung und Bräuche des Martinstags · zdfheute.de · u. a.: „Die Lichterumzüge sind auch das Relikt alter spätherbstlicher Feuer- und Lichtbräuche“
  4. Deutsche UNESCO-Kommission – Martinstradition im Rheinland · unesco.de · u. a.: „Der Zug endet üblicherweise an einem Feuer, vor dem die Mantelteilung nachgespielt wird“
  5. Deutsche UNESCO-Kommission – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland: Neuzugänge im Bundesweiten Verzeichnis · unesco.de · u. a.: „173 kulturelle Ausdrucksformen“
  6. Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW (Universität Paderborn) – Festakt in Schwerin · kw.uni-paderborn.de · u. a.: „Mit einem feierlichen Festakt in Schwerin wurden am 16. Juli 2026 die diesjährigen Neuaufnahmen“
  7. schnelle-online.info – St. Martin 2026 · schnelle-online.info · u. a.: „in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag“
  8. Bundesstadt Bonn – Martinszug Bonn-Innenstadt · bonn.de · u. a.: „Er ist der größte Martinszug in Bonn“
  9. Katholische Kirche Göttingen – St. Martin 2026 · katholische-kirche-goettingen.de · u. a.: „St.-Martins-Umzug in Weende am 14. November 2026 um 17 Uhr“
Sophie Reimann
Sophie Reimann

Sophie Reimann ist Reise- und Lifestyle-Redakteurin und seit über acht Jahren im Ratgeberjournalismus zuhause. Sie recherchiert Reiseziele nach Saison, Klima und Preis und schreibt über Küche, Haushalt und die kleinen Themen, die den Alltag ausmachen. Bei RatgeberHeute betreut sie die Ressorts Reisen und Lifestyle.

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