Quittengelee selber machen gelingt in fünf Schritten: Quitten vom Flaum befreien, mit Wasser weich kochen, den Saft über Nacht abtropfen lassen, mit Gelierzucker aufkochen und heiß in Gläser füllen. Aus rund 2 Kilogramm Quitten entsteht etwa 1 Liter Saft und damit rund 1,5 Kilogramm fertiges Gelee.
Quittengelee entsteht aus Quittensaft, Gelierzucker und etwas Zitronensaft. Die Hauptsaison der Quitte läuft von September bis November. Für 1 Liter Saft brauchst du rund 2 Kilogramm Quitten und 500 Gramm Gelierzucker 2:1. Der Zitronensaft aktiviert das Pektin und hält die Farbe hell. Quitten werden nicht geschält: Schale und Kerngehäuse kochen mit, weil sie das meiste Pektin enthalten. Eine Gelierprobe auf einem kalten Teller zeigt, ob das Gelee fest wird. Kühl und dunkel gelagert hält es rund ein Jahr.
Was brauche ich für Quittengelee?
Für Quittengelee brauchst du Quitten, Wasser, Gelierzucker und Zitronensaft. Aus rund 2 Kilogramm Quitten gewinnst du etwa 1 Liter Saft. Dazu kommen 500 Gramm Gelierzucker im Verhältnis 2:1 und der Saft einer Zitrone. Mehr Zutaten sind für das Grundrezept nicht nötig.
- 2 kg Quitten – reif, gelb und möglichst unbeschädigt
- Wasser – so viel, dass die Quittenstücke knapp bedeckt sind
- 500 g Gelierzucker 2:1 – auf 1 Liter gewonnenen Saft
- Saft einer Zitrone – rund 40 Milliliter
Die Quitte ist ein herbstliches Kernobst, das roh zu hart und zu herb zum Essen ist und deshalb fast immer gekocht wird. Ihre Schale trägt einen feinen, pelzigen Flaum, der vor dem Kochen abgerieben wird. Reife Quitten duften stark und haben eine goldgelbe Farbe – der beste Zeitpunkt für die Ernte liegt zwischen Oktober und November.
Wie mache ich Quittengelee Schritt für Schritt?
Quittengelee entsteht in fünf Schritten: Quitten putzen, weich kochen, Saft abtropfen lassen, mit Gelierzucker aufkochen und heiß abfüllen. Die 5-Schritte-Methode braucht wenig Handgriffe, aber etwas Geduld beim Abtropfen über Nacht.
- Putzen: Den Flaum der Quitten mit einem Tuch abreiben, Früchte waschen und in grobe Stücke schneiden. Kerngehäuse und Schale bleiben dran.
- Kochen: Die Stücke mit Wasser knapp bedeckt 30 bis 40 Minuten weich kochen.
- Abtropfen: Die Masse in ein Passiertuch geben und über Nacht abtropfen lassen – nicht ausdrücken, sonst wird das Gelee trüb.
- Aufkochen: 1 Liter Saft mit 500 Gramm Gelierzucker 2:1 und dem Zitronensaft unter Rühren 3 bis 4 Minuten sprudelnd kochen.
- Abfüllen: Das heiße Gelee sofort in saubere Gläser füllen und verschließen.
Wer Quitten mit einem Dampfentsafter verarbeitet, spart den Schritt mit dem Passiertuch. Das Prinzip bleibt gleich wie bei anderem eingekochten Obst – die Grundtechnik zeigt auch die Anleitung Marmelade selber machen.
Den Abtropfschritt über Nacht nicht abkürzen: Wer das Passiertuch ausdrückt, presst Fruchttrübstoffe in den Saft und bekommt ein trübes statt glasklares Gelee. Profis hängen das Tuch über einen umgedrehten Hocker mit Schüssel darunter und lassen die Schwerkraft arbeiten. Aus 2 Kilogramm Quitten läuft so über Nacht rund 1 Liter klarer Saft. Den Trester nicht wegwerfen – er ergibt mit Zucker aufgekocht Quittenbrot, eine feste Süßigkeit.
Warum Zitronensaft und wie viel Gelierzucker?
Zitronensaft liefert Säure, die das Pektin zum Gelieren aktiviert und die Farbe des Gelees hell hält. Als Gelierzucker eignet sich das Verhältnis 2:1, also 500 Gramm auf 1 Liter Saft. Quitten sind von Natur aus pektinreich, deshalb reicht die halbe Zuckermenge gegenüber klassischem 1:1-Zucker.
Pektin ist ein pflanzlicher Geliermittel-Stoff, der in Schale und Kerngehäuse der Quitte besonders reichlich steckt. Damit Pektin ein festes Gel bildet, braucht es Zucker und Säure im richtigen Verhältnis. Der Zitronensaft senkt den pH-Wert und sorgt so für die nötige Säure. Gleichzeitig bremst er die Braunfärbung, sodass das Gelee hell-bernsteinfarben statt dunkelbraun wird.
Das Verhältnis von Zucker zu Saft entscheidet über Geschmack und Haltbarkeit. Bei Gelierzucker 3:1 wird das Gelee fruchtiger, geliert aber weniger zuverlässig. Wer die Zuckermenge selbst steuern will, findet die Grundlagen im Ratgeber Apfelmus selber machen.
Muss ich Quitten schälen oder kann ich sie mit Schale entsaften?
Quitten werden für Gelee nicht geschält. Schale und Kerngehäuse kochen mit, weil sie das meiste Pektin enthalten und das Gelee dadurch zuverlässiger fest wird. Nur der pelzige Flaum auf der Schale wird vorher trocken abgerieben. Beim Gelee wird ohnehin nur der klare Saft weiterverarbeitet.
Die Kerne bleiben beim Kochen ganz im Fruchtstück. Sie geben zusätzliches Pektin ab, sollten aber nicht zerkleinert oder püriert werden. Nach dem Weichkochen wird die gesamte Masse durch ein Tuch gegeben, sodass Schale, Kerne und Fruchtfleisch im Trester zurückbleiben und nur der Saft ins Gelee gelangt.
Quittenkerne beim Verarbeiten nicht zerbeißen, zerkleinern oder pürieren. Wie viele Kernobst-Samen enthalten sie Amygdalin, aus dem beim Zerkleinern in geringer Menge Blausäure freigesetzt werden kann. Ganz mitgekocht und anschließend im Trester entfernt sind die Kerne unbedenklich – sie liefern sogar wertvolles Pektin für die Gelierkraft.
Warum geliert mein Quittengelee nicht?
Quittengelee geliert nicht, wenn die Kochzeit nach dem Zuckerzugeben zu kurz war, das Verhältnis von Zucker zu Saft nicht stimmt oder zu wenig Säure im Spiel ist. Eine Gelierprobe auf einem kalten Teller zeigt vor dem Abfüllen, ob die Masse fest wird.
Die Gelierprobe ist der wichtigste Test: einen Teelöffel Gelee auf einen kalten Teller geben und kurz warten. Wird die Masse fest und läuft nicht mehr, ist das Gelee fertig. Bleibt sie flüssig, hilft längeres Kochen oder etwas zusätzliches Geliermittel. Häufige Fehler sind ein falsch abgemessenes Saft-Zucker-Verhältnis und zu kurzes sprudelndes Kochen von unter 3 Minuten.
- Nachkochen: Das Gelee erneut aufkochen und 1 bis 2 Minuten länger sprudeln lassen.
- Säure ergänzen: Einen Schuss Zitronensaft zugeben, damit das Pektin bindet.
- Geliermittel nachlegen: Etwas flüssiges oder pulverförmiges Pektin nach Packungsangabe einrühren.
Wie wird Quittengelee schön rot?
Quittengelee wird rötlich bis bernsteinfarben, wenn Schale und Kerngehäuse lange mitkochen. Die Farbstoffe der Quitte treten beim längeren Erhitzen aus und färben den Saft von Hellgelb über Goldgelb bis Rosarot. Je länger die Früchte köcheln, desto kräftiger die Farbe.
Die Farbe entsteht ohne Zusatzstoffe allein durch die Kochzeit. Wer ein tiefes Rot möchte, kocht die Quittenstücke 40 bis 60 Minuten und lässt den Saft danach in Ruhe abtropfen. Ein Schuss Zitronensaft hält das Ergebnis klar und leuchtend. Zu langes Kochen des fertigen Gelees dagegen macht es dunkel und zäh – deshalb wird nur der Saft, nicht das fertige Gelee, lange erhitzt.
Meine EinschätzungDie gängige Annahme lautet: Viel Zucker macht das Gelee fest. In der Praxis entscheidet aber das Pektin, nicht die Zuckermenge. Quitten gehören zu den pektinreichsten Früchten überhaupt – deshalb gelingt Quittengelee sogar mit Gelierzucker 2:1 zuverlässiger als Erdbeergelee mit 1:1. Wer scheitert, hat fast immer den Saft ausgepresst statt abtropfen zu lassen oder die Säure vergessen. Mein Rat: Schale und Kerngehäuse konsequent mitkochen, den Saft geduldig über Nacht gewinnen und den Zitronensaft nicht weglassen. Dann steht dem klaren, fest gelierten Gelee nichts im Weg – ganz ohne extra Geliermittel.
- 2 kg Quitten ergeben rund 1 Liter Saft und etwa 1,5 kg Gelee.
- Gelierzucker 2:1 verwenden: 500 g auf 1 Liter Saft.
- Nicht schälen – Schale und Kerngehäuse liefern das meiste Pektin.
- Saft über Nacht abtropfen lassen, nicht ausdrücken – sonst wird es trüb.
- Gelierprobe auf kaltem Teller machen, bevor du abfüllst.
Häufige Fragen zu Quittengelee
Diese fünf Fragen tauchen beim Quittengelee regelmäßig auf. Sie ergänzen die Hauptkapitel um Detail-Aspekte rund um Menge, Haltbarkeit und Zubereitung.
Wie viel kg Quitten braucht man für 1 Liter Saft?
Für 1 Liter Quittensaft brauchst du rund 2 Kilogramm frische Quitten. Die genaue Ausbeute hängt vom Reifegrad und Saftgehalt ab. Aus 1 Liter Saft und 500 Gramm Gelierzucker 2:1 entstehen etwa 1,5 Kilogramm fertiges Gelee.
Kann man Quitten mit Schale entsaften?
Ja, Quitten werden mit Schale und Kerngehäuse verarbeitet. Beide enthalten viel Pektin und verbessern die Gelierkraft. Nur der pelzige Flaum wird vorher abgerieben. Beim Abtropfen bleiben Schale und Kerne im Trester zurück.
Wie lange ist Quittengelee haltbar?
Ungeöffnet und kühl sowie dunkel gelagert hält Quittengelee rund ein Jahr. Wichtig sind saubere, heiß ausgespülte Gläser und ein sofortiger Verschluss. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden.
Braucht man einen Dampfentsafter?
Nein, ein Dampfentsafter ist praktisch, aber nicht nötig. Das klassische Rezept kocht die Quitten in Wasser weich und gewinnt den Saft über ein Passiertuch. Der Dampfentsafter spart den Abtropfschritt und liefert besonders klaren Saft.
Wann ist Quittensaison?
Die Quittensaison reicht von September bis November, mit dem Höhepunkt im Oktober. Dann sind die Früchte reif, goldgelb und intensiv im Duft. Reife Quitten lassen sich kühl noch einige Wochen lagern, bevor sie verarbeitet werden.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Quellen liefern geprüfte Rezept- und Warenkunde-Informationen rund um Quitten und das Einkochen.
- Quittengelee selber machen · utopia.de · Grundrezept mit Mengenangaben und nachhaltigen Zubereitungstipps.
- Quittengelee: Einfaches Rezept · leifheit.de · Angaben zu Ausbeute (2 kg Quitten für 1 Liter Saft) und Zuckerverhältnis.
- Warenkunde Quitte · eatsmarter.de · Hintergrund zu Pektingehalt, Verarbeitung und Saison der Quitte.



