Deutschlandticket 2027: 66,80 Euro ab Januar – Preis, Jobticket und Kündigungsfrist

Das Deutschlandticket 2027 kostet 66,80 Euro im Monat – 3,80 Euro mehr als bisher. Der neue Preis gilt ab dem 1. Januar 2027 und wurde erstmals über einen festen Preisindex berechnet. Hier lesen Sie, wie sich der Preis zusammensetzt, was Jobticket und Semesterticket künftig kosten, bis wann Sie kündigen müssen, wenn Sie den neuen Preis nicht mehr zahlen wollen, und wie Sie mit dem Arbeitgeberzuschuss deutlich günstiger fahren.

Kurz zusammengefasst

Ab Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro pro Monat (2026: 63 Euro, 2025: 58 Euro). Aufs Jahr gerechnet sind das 801,60 Euro und damit 45,60 Euro mehr als 2026. Das Jobticket kostet 63,46 Euro, das Semesterticket 40,08 Euro. Grundlage ist ein Preisindex aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten, den die Verkehrsministerkonferenz im März 2026 beschlossen hat. Wer aussteigen will, muss bis zum 10. eines Monats zum Monatsende kündigen – für einen Ausstieg vor der Preiserhöhung also bis zum 10. Dezember 2026.

Was kostet das Deutschlandticket 2027?

Laut der Mitteilung des Bayerischen Verkehrsministeriums vom 30. September 2026 wird der Preis zum 1. Januar 2027 angepasst und „beträgt für das kommende Jahr 66,80 Euro pro Monat“. Die Erhöhung beträgt 3,80 Euro gegenüber 2026. Das entspricht einem Plus von rund 6 Prozent (3,80 ÷ 63,00 = 6,03 %); das niedersächsische Verkehrsministerium spricht ebenfalls von „sechs Prozent“.

Für Vielfahrer ist die Jahressumme aussagekräftiger: 12 × 66,80 Euro ergeben 801,60 Euro. Im Jahr 2026 waren es 12 × 63 Euro = 756 Euro – die Mehrbelastung liegt also bei 45,60 Euro im Jahr.

Gleichzeitig wurden die beiden rabattierten Varianten neu festgelegt: Das Deutschlandticket als Jobticket kostet 2027 63,46 Euro, das Semesterticket 40,08 Euro pro Monat.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag gibt die Beschlüsse und Tarifbedingungen allgemein wieder und ersetzt keine individuelle Beratung. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Verkehrsunternehmens bzw. Verbunds, bei dem Sie das Abo abgeschlossen haben; Zuschläge (etwa bei Rufbussen) sind möglich. Stand: Oktober 2026.

Wie wird der neue Preis berechnet?

Neu ist der Mechanismus. Die Verkehrsministerkonferenz hat im Beschluss vom 25./26. März 2026 in Lindau (TOP 5.2) einen Preisindex festgelegt, der den Ticketpreis jedes Jahr fortschreibt. Die wichtigsten Regeln:

  • Kostenindex: Er enthält Personal-, Energie- und allgemeine Kosten. „Diese stehen im Verhältnis 55 zu 20 zu 25 Prozent.“
  • Wertfaktor: Er berücksichtigt, dass der Ausgleich von Bund und Ländern bis 31. Dezember 2030 konstant und nicht dynamisiert ist. Fixiert sind 2,992 Milliarden Euro netto pro Jahr.
  • Dämpfungsfaktor: Wachsen die Verkaufszahlen, wird der Preisanstieg gedämpft – erstmals bei der Berechnung des Preises für 2028.
  • Rundung: Preisanpassungen werden kaufmännisch auf 10 Cent gerundet.
  • Termin: Der neue Preis wird spätestens zum 30. September mitgeteilt und gilt ab dem 1. Januar des Folgejahres. Bei negativem Index bleibt der Preis unverändert.

Für die Berechnung des Preises 2027 wurde der Kostenindex für die Steigerung von 2025 auf 2026 auf 2,57 Prozent gesetzt. Nach der Indexberechnung im Jahr 2028 soll der Mechanismus evaluiert werden; mögliche Anpassungen will die Verkehrsministerkonferenz im Frühjahr 2029 beschließen.

Jobticket und Semesterticket: Was gilt 2027?

Nach den Tarifbedingungen für das Deutschland-Ticket kostet das Jobticket den regulären Fahrpreis „abzüglich 5% Rabatt“. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber einen Zuschuss leistet, „der mindestens 25% des Fahrpreises“ beträgt. Die neuen Zahlen passen genau dazu: 66,80 Euro × 0,95 = 63,46 Euro.

Für Beschäftigte heißt das: Zahlt der Arbeitgeber nur den Mindestzuschuss von 25 Prozent (66,80 × 0,25 = 16,70 Euro), bleiben höchstens 63,46 − 16,70 = 46,76 Euro im Monat als Eigenanteil.

Steuerlich sind solche Zuschüsse nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfrei, wenn sie „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“ gezahlt werden. Der Haken: Steuerfreie Leistungen mindern die abziehbare Entfernungspauschale. Wie die Pauschale 2026 funktioniert, erklären wir im Beitrag zur Pendlerpauschale 2026.

Das Semesterticket kostet laut Tarifbedingungen 60 Prozent des regulären Preises – 2027 also 66,80 × 0,60 = 40,08 Euro im Monat. Anders als das normale Abo hat es eine feste Laufzeit für das jeweilige Semester und ist nicht monatlich kündbar.

Expert Insight

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie stark der Arbeitgeberzuschuss wirkt: Ohne Zuschuss zahlen Sie 2027 801,60 Euro im Jahr. Mit Jobticket und Mindestzuschuss sind es 12 × 46,76 = 561,12 Euro – also 240,48 Euro weniger. Fragen Sie deshalb noch vor Jahresbeginn bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob es eine Jobticket-Vereinbarung gibt. Denken Sie aber an die Steuererklärung: Steuerfreie Zuschüsse werden auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Kündigen oder behalten: Fristen und Regeln im Überblick

Das Deutschlandticket ist ein Abonnement auf unbestimmte Zeit. Laut Tarifbedingungen kann es monatlich gekündigt werden, „bis zum 10. eines Monats zum Ende des jeweiligen Kalendermonats“. Der Einstieg ist jeweils zum Ersten eines Monats möglich.

Wer den Preis von 66,80 Euro nicht mehr zahlen möchte, muss also spätestens am 10. Dezember 2026 kündigen – dann endet das Abo am 31. Dezember. Nach einer Kündigung gilt das Ticket bis Betriebsschluss nach dem letzten Tag des Monats, längstens bis 3 Uhr am Folgetag. Wer erst im Januar kündigt, zahlt mindestens noch einen Monat zum neuen Preis.

Unabhängig vom Preis sollten Sie die wichtigsten Nutzungsregeln kennen:

  • Das Ticket gilt nur in der 2. Klasse im Nah- und Regionalverkehr; Fernverkehrszüge sind grundsätzlich ausgeschlossen.
  • Es ist nicht übertragbar; ein amtlicher Lichtbildausweis gehört dazu.
  • Es enthält keine kostenlose Mitnahme von Personen über 6 Jahren; für Fahrrad und Hund gelten die örtlichen Regeln.
  • Bei Krankheit gibt es eine Erstattung nur bei ärztlich bescheinigter Reiseunfähigkeit von mehr als 21 zusammenhängenden Tagen; der Antrag muss spätestens eine Woche nach Ablauf der Gültigkeit gestellt werden.

Für Ausflüge in der Adventszeit, etwa zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Deutschland, oder für einen Kurzurlaub in Deutschland lohnt sich der Blick auf Regionalzugverbindungen trotzdem weiter.

Preisentwicklung: Deutschlandticket 2025 bis 2027 in Zahlen

Die Tabelle zeigt die Monatspreise laut Tarifbedingungen und Länder-Mitteilung sowie die daraus berechneten Jahreskosten (12 Monate).

TicketMonatspreisJahreskostenVeränderung zum Vorjahr
Deutschlandticket 202558,00 €696,00 €–
Deutschlandticket 202663,00 €756,00 €+5,00 € (+8,62 %)
Deutschlandticket 202766,80 €801,60 €+3,80 € (+6,03 %)
Jobticket 2027 (−5 %)63,46 €761,52 €–
Semesterticket 2027 (60 %)40,08 €––

Wichtig: Beim Jobticket ist der Arbeitgeberzuschuss noch nicht abgezogen. Beim Semesterticket ergibt sich der Semesterbeitrag aus dem Semesterticketvertrag Ihrer Hochschule.

Meine Einschätzung

Die gängige Annahme lautet, das Deutschlandticket werde nun jedes Jahr kräftig teurer. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Index die Erhöhung an nachvollziehbare Kosten bindet und Mengenwachstum ab 2028 sogar dämpfend wirkt. Mein Rat: Legen Sie Ihre Fahrkosten der letzten Monate neben die 66,80 Euro und prüfen Sie, ob Ihr Arbeitgeber ein Jobticket anbietet. Wer nur gelegentlich fährt, sollte bis zum 10. Dezember entscheiden – ein späterer Wiedereinstieg ist jeweils zum Monatsersten möglich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Deutschlandticket kostet ab 1. Januar 2027 66,80 Euro pro Monat, 3,80 Euro (rund 6 %) mehr als 2026.
  • Aufs Jahr gerechnet sind das 801,60 Euro statt 756 Euro.
  • Jobticket 2027: 63,46 Euro (5 % Rabatt bei mindestens 25 % Arbeitgeberzuschuss); Semesterticket: 40,08 Euro.
  • Der Preis folgt erstmals einem Index aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten (55 : 20 : 25).
  • Kündigung bis zum 10. eines Monats zum Monatsende – für den Ausstieg vor der Erhöhung bis zum 10. Dezember 2026.

Häufige Fragen zum Deutschlandticket 2027

Wie teuer ist das Deutschlandticket 2027?

Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro pro Monat. Das sind 3,80 Euro mehr als 2026 und 801,60 Euro im Jahr.

Bis wann muss ich kündigen, um die Preiserhöhung zu vermeiden?

Die Kündigung muss bis zum 10. eines Monats zum Ende dieses Monats erfolgen. Wer zum 31. Dezember 2026 aussteigen will, muss also spätestens am 10. Dezember 2026 kündigen.

Was kostet das Deutschlandticket als Jobticket 2027?

Das Jobticket kostet 2027 63,46 Euro, also 5 Prozent weniger als der reguläre Preis. Voraussetzung ist ein Arbeitgeberzuschuss von mindestens 25 Prozent des regulären Fahrpreises.

Wird das Deutschlandticket jedes Jahr teurer?

Der Preis wird jährlich per Index neu berechnet und spätestens zum 30. September mitgeteilt. Bei negativem Index bleibt er unverändert; eine Erhöhung ist also nicht automatisch, sondern hängt von der Kostenentwicklung ab.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Zahlen, Fristen und Rechtsangaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Quellen (abgerufen im Oktober 2026).

  1. Beschluss der Verkehrsministerkonferenz vom 25./26. März 2026, TOP 5.2 – Preisindex Deutschlandticket · verkehrsministerkonferenz.de · u. a.: „Diese stehen im Verhältnis 55 zu 20 zu 25 Prozent“
  2. Preisanpassung bei Deutschlandticket (Pressemitteilung, 30.09.2026) · bayern.de · u. a.: „beträgt für das kommende Jahr 66,80 Euro pro Monat“
  3. Tonne zur Preisanpassung beim Deutschlandticket · mw.niedersachsen.de · u. a.: „um sechs Prozent auf 66,80 Euro steigen“
  4. Tarifbedingungen für das Deutschland-Ticket (Deutschlandtarifverbund) · deutschlandtarifverbund.de · u. a.: „Die Kündigung muss dabei bis zum 10. eines Monats zum Ende des jeweiligen Kalendermonats erfolgen“
  5. § 3 Nr. 15 EStG – steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse · gesetze-im-internet.de · u. a.: „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“